Sich mit dem Tod anfreunden

Exkursion zum Hospitz St. Martin

HospizkleinAm Mittwoch den 16. Dezember 2015 besuchte der katholische Religionskurs 13 kr2 mit Herrn Kunert das Hospiz St. Martin in Koblenz. Dort stellte die Leiterin des Hospiz Frau Kuckeland den Schülern das Hospiz und die Hospizarbeit vor. Die Exkursion fand im Rahmen der Unterrichtseinheit „Tod und Leben nach dem Tod“ statt.

Der Kurs hatte im Vorfeld beschlossen, eine Exkursion zu diesem Thema zu machen. Die Wahl fiel auf das Hospiz, da dort der Weg des Sterbens besonders anschaulich wird.
Morgens begab sich der Religionskurs zum Hospiz in der Nähe des evangelischen Stifts und wurde dort von Frau Kuckeland empfangen. Nach einer kurzen Begrüßung begann die Führung durch das Hospiz. Als erster Raum, wurde der Raum der Stille besichtigt. Der Raum besitzt den Aufbau eines Schneckenhauses und einer Schnecke, die sich in ihr Inneres zurückzieht. Dieser Raum der inneren Einkehr. Mit 20 Personen in diesem Raum wurde es zwar schon leicht eng, dennoch erfüllte er seinen Zweck und für einen Moment kehrte absolute Ruhe in dem sonst sehr gesprächsfreudigen Kurs ein. Nach diesem gelungenen Einstieg begaben sich die Schülerinnen und Schüler in den offenen Wohnbereich des Heims, der durch eine Gemeinschaftsküche und einen angrenzenden Garten ergänzt wird. Das Klavier des Wohnbereichs bot die erste Gelegenheit für Frau Kuckeland von Einzelschicksalen zu berichten. Mit der nötigen Diskretion machte sie den Hospizalltag für die Schüler so nachvollziehbarer und besser vorstellbar. Anschließend wurde der Kurs in den Wellnessbereich des Hospizes geführt. Bei diesem ginge es vor allem darum „jedem Tag Lebensfreude zu schenken“. Das sei auch die Hauptaufgabe des Hospizes gegenüber seinen Patienten, die dort lieber Gäste genannt werden. Wie dies weiterhin geschieht wurde dem Kurs kurz darauf in einem der zehn Zimmer gezeigt. Jeder Gast habe die Möglichkeit, sein Zimmer ganz individuell und den eigenen Bedürfnissen entsprechend einzurichten, so Kuckeland. Damit sei gewährleistet, dass sich die Gäste in ihrer letzten Wohnung heimisch und wohl fühlten.
Nach dem Rundgang lud Frau Kuckeland in den Versammlungsraum ein, wo die Schüler in einem abschließenden Gespräch nicht nur das Erlebte, sondern auch bereitgestellte Getränke und Plätzchen verdauen konnten. In diesem Gespräch stellte sich Frau Kuckeland den zahlreichen Fragen des Kurses. Diese reichten von allgemeinen Fragen, wie den Hospizkriterien bis hin zu persönlichen Fragen, die Frau Kuckeland so ausführlich wie möglich beantwortete. Brennend interessierte die Schüler auch schon im Vorfeld, inwieweit der Tod der Gäste auch die Pfleger betreffe. „Es ist wichtig den Spagat zwischen genug Beziehung zu einem Gast, damit man ihn angemessen betreuen kann und keiner zu tiefen Beziehung, die einen nach dem Tod des Gastes zu tief runterziehen könnte zu meistern“, war die Antwort auf diese Frage. Beziehung sei wichtig. Des Weiteren informierte Frau Kuckeland den Kurs über ehrenamtliches Engagement im Hospiz. Den Abschluss bildete der Einblick in die Kondolenzbücher, die im Hospiz einsichtbar sind.
Im Laufe dieser Exkursion wurde dem Kurs der Tod und der Prozess des Sterbens auf angstfreie und angenehme Weise nähergebracht. Die Natürlichkeit des Todes wurde so noch einmal betont, ohne dass es die Schüler zu sehr runtergezogen hätte. Man könnte fast meinen, das Hospiz biete nicht nur seinen Gästen, sondern auch Interessierten die Möglichkeit, sich mit dem Tod anzufreunden.


Patrick Zindorf

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